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Der Karsamstag ist ein stiller Tag.
Ein Tag ohne große liturgische Feiern, mit einem sehr verkürzten Stundengebet und gelöschtem Ewigen Licht.
Eine Generalpause kurz vor dem Finale.

Noch klingt uns der Todesschrei Jesu vom Karfreitag in den Ohren.
Vom Jubel der Osternacht wissen wir noch nichts.
Zwischenzeit.

Der Karsamstag steht zwischen Tod und Leben.
Zwischen Trauer und Jubel.
Zwischen Karfreitag und Ostern.

In diesem "Zwischen" ist der Karsamstag ein Bild unseres Alltags.
Zwischen Tod und Leben - ist das oft nicht auch meine Situation?

"In frommer Sehnsucht erwarten wir die Auferstehung des Herrn".
So beten wir es in unserem Stundengebet heute.
Wir sind Wartende.
Auf die Auferstehung?
Wenn wir ehrlich sind, wissen wir es noch nicht.
Heute sind wir nur Wartende.
Mit aller Sehnsucht, ja, aber auch mit allem Schmerz.
Kein Tag zeigt so deutlich wie der Karsamstag, dass Schmerz und Sehnsucht Geschwister sind.

Meine Sehnsucht will ausgehalten werden.
Ohne direkt die "fromme Ostersauce" drüberzuschütten.
Heute warte ich.
Mal schaun, was morgen kommt!



P. Maurus