EIN.BLICK: CLOWNWORKSHOP vom 2.10. - 4.10.2020
"Die Kunst des Scheiterns" mit Leopold Altenburg (Prinz & Clown)


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Nach dem Abendessen beginnt der Clowns-Workshop mit Prinz Leopold Altenburg. In unserer Gruppe kennen sich einige bereits, sodass sich eine aufmerksame und aufgeschlossene Atmosphäre etabliert. Es wird viel gelacht, ob mit, oder über einen. Zu Beginn erzählt uns der Prinz, was es überhaupt bedeutet, Clown zu sein. Eine der ersten Assoziationen ist das Lachen. Doch was einen Clown noch auszeichnet, ist die eigene Verletzlichkeit. Das offenbart uns der Prinz in einer Übung, vor der wir lustige Grimassen und komische Gangarten ausprobieren durften. Während dieser Übung betreten wir Clowns erst alleine, in einer zweiten Runde im Duo, den Raum und tragen dabei eine Kopfbedeckung unserer Wahl. Ohne zu versuchen, lustig zu sein, Grimassen zu schneiden oder uns zu verstellen, ist es das Ziel, einfach nur zu sein. Das alleine reicht schon, damit das Publikum anfängt zu schmunzeln. Beispielsweise beherrscht plötzlich ein sonst eher ruhiger Teilnehmer mit einem schwarzen Omahütchen, von dem pinke Federn in die Höhe sprießen, den Raum, oder eine blonde Vokuhila-Perücke verwandelt einen gestandenen jungen Herrn in die Witzfigur vor dem Herrn. Ohne also etwas Besonderes zu tun, lachen die Leute. Die Voraussetzung ist der Mut, sich selbst mit einer lustigen Kopfbedeckung vor einer Gruppe zu stellen und die Reaktionen auszuhalten.

Dabei, so Leopold, muss ein Clown gar nicht lustig sein. Er spielt im Dialog mit und zum Publikum, dessen Assoziationen die Vorstellung lebendig werden lassen. Allein durch die Präsenz des Clowns werden Gefühle und Reaktionen erzeugt, mit denen ein Clown kreiert. Reagiert das Publikum auf eine bestimmte Weise, nutzt der Clown diese Chance, um positive wie negative Gefühle zu spiegeln und daraus etwas Neues zu schaffen. In allen schwingt ein gewisses Maß an Bodenständigkeit und dem Echt-Sein mit. Dabei kann es leicht passieren, als Clown zu scheitern. Manchmal sitzt die Pointe nicht, manchmal rutscht man in Fettnäpfchen aus. Doch Clowns gehen dieses Risiko ein und haben die Lust, nach dem Scheitern wieder aufzustehen. Der ungebrochene Wille von Clowns, sich immer wieder auf Neues einzulassen, auszuprobieren und das Scheitern als Chance wahrzunehmen, ist ein typisches Clownscharakteristika. Die Körpersprache ist für Clowns ebenfalls wichtig, da stehts eine Maske inmitten ihrer Gesichter sitzt: die Clownsnase. Prinz Leopold zog hier parallelen zu der aktuellen Corona-Situation. Diese ermahnt uns tagtäglich unser halbes Gesicht mit einem Mund-Nasen-Schutz zu bedecken. So geht ein Teil des Ausdrucksvermögens, unsere Mimik, verloren, wodurch das Spiel mit Gesten und Bewegungen umso bedeutender wird. So auch beim Clown. Je größer die Gesten und präziser der Tonfall, desto stärker wirkt die Botschaft beim Publikum.



Ergänzend lernen wir, was es heißt, die Rolle eines Clowns zu spielen. Typischerweise gibt es in Clownsnummern eine klare Hierarchie. Bei Gruppen teilen sich die Rollen in mindestens einen übergeordneten Ansager bzw. Weißclown und einen Dummen August. Hat ein Clown die Bühne für sich alleine, ist er oder sie die Person, die im Spiegelbild der Gesellschaft eher am unteren Ende der hierarchischen Leiter steht. Historisch betrachtet gehen die heutigen Clowns aus dem Beruf des Narren oder Harlekins an mittelalterlichen Königshöfen hervor. Ihnen war es als einzige erlaubt, sich über den König und seine Regentschaft lustig zu machen, ohne dafür bestraft zu werden. Heutzutage treten Clowns daher auch als Gesellschaftskritiker auf. Allerdings gibt es auch Clown-Duos, in denen die Akteure gleichgestellt sind. Diese stimmen sich dann bei jeder Idee zu und werden auch scherzhaft „Ja-Sager“ genannt. Im Workshop lernen wir zudem das ursprüngliche Clownsbild kennen. Ein „echter“ Clown ist nicht mit Karnevals- oder Horrorgestalten wie Ronald McDonald, Pennywise oder dem Joker zu vergleichen. Vorbilder sind stattdessen Stars wie Charlie Chaplin, der Schweizer Grock, Oleg Popow oder Charlie Rivels. Auch im Duo gibt es bekannte Vertreter, etwa Dick und Doof bzw. Laurel und Hardy oder Wenzel & Menschning.  Mit diesen ersten Eindrücken werden wir in die Nacht entlassen.

Der zweite Tag beginnt mit einer Übung zur Dramaturgie. Clownsszenen bauen sich oft nach demselben Prinzip auf. Nach einem längeren erregenden Moment, fällt die Spannung kurz nach dem Höhepunkt abrupt in sich zusammen. In der Übung zeigt sich dies deutlich: In einem Kreis sitzend werden wir dazu aufgefordert gleichzeitig und mit geschlossenen Augen zu klatschen. Nach einer unsicheren Findungsphase schaffen wir es tatsächlich und klatschen alle im Takt. Beim ersten Versuch versucht eine Teilnehmerin durch extra lautes Klatschen sofort die Führung zu übernehmen, doch das stört den Lerneffekt der Übung und wir starten erneut. Beim zweiten Mal lassen sich also alle darauf ein und gemeinsam klatschend werden wir immer schneller, um dann abrupt aufzuhören, als wir unser maximales Tempo erreichen.Im Anschluss stellt uns Prinz Leopold den Fingerfloh Fridolin und Egon, die Daumenraupe vor. Später verwandeln sich unsere Finger nicht nur in Lebewesen, sondern auch in brennende Stahlringe. Begeistert lernen wir diese Zaubertricks. Es ist faszinierend zu sehen, was allein mit den Händen zu erreichen ist. Danach präsentieren wir in Trios unsere mitgebrachten Clownskostüme. Wieder treten wir durch die Tür ein und bekommen die Aufgabe, alle Anwesenden der Reihe nach in die Augen zu schauen. Diesmal bleibt es allerdings nicht dabei, denn spontan fragt uns Leopold nach unseren Clownsnamen. Bei einigen setzt er noch einen drauf und bittet um ein Lied. Gebannt schauen wir anderen zu, wie in diesen Momenten Felix und Kjell-Bo zu Karlson und Son werden, Anke Kemper zu Frau Meisenscheid, oder Ruben zu Amal. Ebenso beehren uns Iwein, Country Connie, Cookie, Pierre, die eine aus Berlin, die noch keinen Namen hatte, und weitere.


Nebenbei füttert uns Leopold mit weiteren Wissenshappen über das Clownsleben. Unter anderem, welche Art der Schönheit einen Clown ausmacht. So nimmt ein Clown beispielsweise Ängste, wenn Demenzkranke in ein Altersheim einziehen und ihre gewohnten Gegenstände und Liebsten nicht finden können, oder wenn eine Operation ansteht. Auf diese Weise verwandelt er auch Schwächen in Stärken. Prinz Leopold erzählt uns dazu einige Geschichten von seiner Arbeit als Krankenhausclown. Einmal kam er mit seiner Kollegin in das Zimmer eines kleinen Jungen. Dort spielten sie „Die Nummer vom stärksten Mann der Welt“. Der schaffte es allerdings weder einen Stuhl hochzuheben, noch ein Blatt Papier zu zerreißen, oder ein Gummiband zu dehnen. Also wendet sich die Ansagerin an den kleinen Jungen und bittet ihn, das Gummiband zu dehnen. Konzentriert greift der Junge nach dem Gummiband und dehnt es langsam auseinander, bis es ganz strammgezogen ist. Dann lässt er es freudestrahlend zusammenschnappen und wendet sich überglücklich an seinen Vater, der neben ihm am Krankenhausbett sitzt. Anscheinend ist nicht der Clown der stärkste Mann der Welt, sondern dieser kleine Junge. Später verlassen die beiden Clowns das Zimmer und führen ihre Visite fort. Beim Abschlussgespräch erfahren sie von einer Krankenschwester, dass genau dieser Junge eine Nacht zuvor beinahe gestorben wäre und nun können er, sein Vater und die Clowns auf den stärkste Mann der Welt stolz sein.


Auf diese Weise verwandeln Clowns Schwächen in Stärken. Ein weiteres ihrer Grundprinzipien ist es auch, sich nicht über die Krankheiten und Marotten der Patienten lustig zu machen. Zwar nutzen sie körperliche und psychische Krankheiten humoristisch, aber stets so, dass die Patienten die Überhand behalten. Auf diese Weise werden nicht nur die Patienten aufgemuntert und abgekenkt, denn das Pflegepersonal lacht oft herzlich mit, wenn eine Marotte der ihnen Anvertrauten durch den Kakao gezogen wird. Andersherum bieten Clowns auch den Raum Ungesagtes auszusprechen. So fungieren sie teilweise als Vermittler*innen zwischen Patient*in und Personal und locken Unangenehmes hervor, das bewusst oder unbewusst versteckt wurde, aber für den Heilungsprozess von Bedeutung ist. So bewahrt ein Clown oftmals Schönheiten und Tugenden, die manchmal übertüncht werden, oder im Scheitern verloren gehen. Das lernen wir auch, als Prinz Leopold uns als letzte Aufgabe aufträgt, eigene Szenen als unsere Clownsfigur zu spielen. Den gesamten Nachmittag proben wir mit Leopold oder alleine unsere Nummern und werden selbst kreativ darin, eigene zu entwickeln. Am Abend stellten wir unsere sechs Nummern dann in gemütlicher Runde vor. Mit dabei waren ein Fischstand, eine Musiknummer, Zaubernüsse, Alexander und Alexandra die Großen und eine weitere Musiknummer. Insgesamt war es eine bereichernde Erfahrung, die uns lehrte, ehrlich in Spiel und Charakter zu sein und dass Scheitern letztendlich gar nicht so schlimm ist.

(Lucia Geringswald)

TOLLE KURS IM HERBST








TEAMERWOCHENENDE 2020

Unser diesjähriges Teamerwochenende der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden in der OASE fand vom 28.8. – 30.8.2020 auf dem Klosterberg in der OASE statt. Thematisch stand die Mitarbeit an die neunen Jugendwebsites im Blick des Teamertreffen. Im aktuellen GRUSS aus KÖNIGSMÜNSTER berichten Simon Heller und Br. Benedikt über die neue Jugend-Internetseite der OASE im Artikel „Kloster – Jugend – Internet“ (S. 30-32). Auf der neuen Jugendwebsite des Klosters soll es auch ein Online-Gebet gebeten. Nun haben wir die ersten Texte und Gebete für die neue Jugendwebsite geschrieben und eingesprochen, so dass diese spirituellen Gedanken demnächst online gestellt werden können. Begleitet wurden wir bei unseren kre-aktiven Schreibprozess von der Sprechertrainern Beate Ritter und von Schrieb-Coach Johannes Pernack (freier Journalist). Beide Referenten sind auch in der Oberstufenakademie tätig und konnten uns wertvolle Tipps zum Sprachen und zum interessantem Schreiben vermitteln. IM OASE-Team werden wir uns inhaltlich und konzeptionelle mit dem Thema „Homepage“ weiterbeschäftigten.


Seminare OBERSTUFENAKADEMIE / STUDIUM GENERALE im HERBST 2020


Entscheide Dich jetzt für Deine Chancen und Dein Potential Möchtest Du Dich außerhalb der

Schule (Oberstufe) / dem Studium weiterbilden und Fertigkeiten wie Kommunikationsfähigkeit und Selbstmanagement trainieren? Statt fachspezifischem Wissen, werden in der Oberstufenakademie oder im Studium Generale vor allem persönliche, soziale und methodische Kompetenzen vermittelt, wie Teamfähigkeit und Kreativität – die Förderung Deiner Persönlichkeit steht im Mittelpunkt unserer Seminare.  Infos: www.oberstufenakademie.de

 Unsere Seminarangebote im Herbst 2020

30.10. – 1.12.2020 Gedankenstau – ein Coaching-Seminare nach Byron Katie

13.11. – 15.11.2020 Individueller & effektiver Lernen – Lernstrategien

20.11. – 22.11.2020 Zeitmanagement

20.11. – 22.11.2020 Wert.Volle Führung in Zeiten des ständigen Wandels – Coaching

11.12. – 13.12.2020 Ausstrahlung & Image

18.12. – 20.12.2020 Start – Zukunft und Visionen

HERBSTKURS - Programmkurse der OASE
(werden auch als Semianre STUDIUM GENERALE / Oberstuefnakademie angerechnet)




In die Tiefe gehen, um zu wachsen - Meditation, Stille-Übungen, sinnorientierte Pädagogik, Herzensgebet oder Traumreisen – es gibt viele Formen seine Achtsamkeit zu fördern und den Stress des Alltags für einen Moment zu entfliehen. Stress achtsam erleben! In den Klosterwelten kannst du verschiedene Methoden in Kursen und Seminaren erlernen und einüben. In der OASE bieten wir dir an verschiedenen Wochenenden vielfältige und zauberhafte Augenblicke der Achtsamkeit an. Der Link führt dich zu unserem Programmangebot:

https://www.oberstufenakademie.de/Seminare-OASE-2020.htm

Unsere Angebote im Herbst:

25.9. – 27.9.2020 Feier.Abend

2.10. – 4.10.2020 Die Kunst des Scheiterns – Clownworkshop

2.10. – 4.10.2020 Auf der Suche nach dem Paradies (Eurovision Song Contest)

23.10. – 25.10.2020 Traumzeit

13.11. – 15.11.2020 Kassensturz!

4.12. – 6.12.2020 Tief im Brunnen wartet die Wunderwelt – Märchenkurs

Infos & Anmeldung: gastbereich@koenigsmuenster.de

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Start:
Unsere neuen Teamer sind in der OASE angekommen!                                            
Herzlich Willkommen auf dem Klosterberg!

Oberstufenakademie Abtei Königsmünster